07.06.2007

deutsche botschaft und thaisalon

gestern war dann der grosse tag. herr ü. hatte s e i n e n termin. der psychotherapeut direkt unter der fotografin in der christoffelgasse hat die praxis klug gewählt, dann man darf für biometrische pässe nicht mehr lachen und wird traurig, sieht man sich selbst auf den bildern. kann man grad bei ihm einkehren. zumindest sieht der immer lachende ü. so auf den bildern aus. aber mohammed atta hat auch nie gelacht. darum müssen wir jetzt auch ernst gucken.

alles lief wie am schnürchen. alle koppien waren gemacht, herr ü. fand den weg in ein berner viertel, von dem er wirklich noch nichts wusste.
mein gott kann bern vornehm sein. schon in die strasse kannst du nicht einfach so laufen, sie ist vollabgesperrt und du musst dein begehr sagen.

auf dem rasen der botschaft tummeln sich fünf securitasleute. einer nähert sich dem tor, eine kladde in der hand. der fragt nach dem namen. nickt. und spricht ins walky talky: die zwei auf. da muss herr ü. schon lachen. dann kommt im freien das piepsende flughafenkontrolltor, danach gibst du alles metallische ab und wirst nochmal mit dem handgerät visitiert. blöderweise hatte herr ü. noch seine chinesischen silbersexkugeln im after stecken, aber das lösten die anwesenden sicherheitskräfte schnell.

dann durfte man in einen vorraum in dem grosse schilder daruf hinwiesen, das es sich um eine schleuse handele. und wirklich, die nächste tür ging erst auf als die andere verriegelt war. natürlich hatte auch der wachmann draussen, nach der ü.schen darmentleerung in sein gesicht einen kot, ne code ins funkgerät gesprochen, den herr ü. hier natürlich nicht weiter geben darf.

nach der nächsten schleusentür sitzt man in einem wartezimmer wie beim zahnarzt. der nummernapparat war defekt und herr ü. wurde sofort gerufen und das muss man sagen, sehr, sehr freundlich von der frau hinter der scheibe in empfang genommen.
alle papiere waren da, er wurde gefragt ob er schone eine andere stattsbürgerschaft beantragt habe und sagte nein, wie auf dem bogen vermerkt. da sah ihm die dame erst durch die scheibe in die augen. herr ü. verstand grad gar nichts. wahrscheinlich liest die dame hier mit und herr ü. grüsst sie.

nachdem sie mit seinem dicken dossier zurück war, wahrscheinlich sind das noch die alten stasiakten, ging alles sehr rasch. erst als sie ihm sagte, der neue pass käme in acht wochen, schlief herrn ü. die fresse ein. das ganze wäre dann über ein viertel jahr gegangen.

damit war fliegen inder nächsten zeit passe.

doch sofort fragte sie, ob er nicht irgendeine dringlichkeitsbescheinigung habe.

UND DA WAR HERR Ü. WIEDER DAHEIM!

daheim in dem land mit den tausend reglen und heerscharen von beamten und nichtbeamten, die sich um umgehung der regeln, um dringlichkeits und ausnahmebescheinigungen kümmerten. in dem land, das sich zu einem drittel nur mit sich selbst beschäftigt.

im land der anträge.

traurig sagte herr ü. : nein, ich will keine ausnahmeregelung. ich will nur meine zukünftige patentochter fritzi in hamburg besuchen, die ihrer mutter grad die nerven wund brüllt.

wie benommen ging herr ü. aus der elfenau. er kam aus dem ausland.
dem land der regeln, ausnahmen und anträge.
herr ü. war depressiv und schenkte sich eine thaimassage bis zum konzert.

WERBUNG: herr ü. vertraut auf number one in der matte. wat pooh in der gerechtigkeitsgasse ist auch sehr gut, aber die in der matte sind lustiger. man ist für zwei stunden in einem anderen land. wie in der deutschen botschaft auch.

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2 Kommentare:

Anonymous Anonym meinte...

Mein lieber ü., war's denn der erste Besuch? Also eins kann ich schonmal sagen: Toitsche Potschaft ist immer echt klasse! All das, was man nie vermisst hat, hat man plötzlich wieder vor sich. Schwäbisch beispielsweise. Oder Leute, die nach einem gekommen sind, aber vor einem drankommen wollen, weil sie ganz wichtig sind. Oder zwei Stunden warten, um dann gesagt zu kriegen, es brauche unbedingt noch Formular XY, sonst gehe gar nichts. Immerhin kann man wenigstens danach gleich in den Zoo gehen.

12:38 PM  
Blogger Herr Ü. meinte...

neine, nein es es lief aalglatt. ich hatte auch mehrfach eine am tel. und habe mails geschrieben und auch einen link wo sie im ü. vorkamen. und so wie die geguckt hat, war es die dame mit der ich kontaktierte. oder einfach wieder eine die auf die statson und die brille reinfiel. und ich war der der vorgezogen wurde. eine viertelstunde vor der zeit kami ich sofort dran. und kein theater wie an den schaltern nebenan. allglatt. wie als ob sie wüssten. aber der wink mit er dringlichkeit hat mich echt traurig gemacht. ich hasse das land der anträge und dringlichkeiten. ich will doch nur meine fritzi besuchen. und anton ihren bruder. nehmen wir nachtzug. giibt eh eine tournee. vielleicht zahlt ja das radio. jan und ich lesen und sie senden live in dieringen und halt im netz. da sollte ja zumindest der maaybach von hamburg nach EF + buga rausspringen. maybach fehlt mir noch. rolls hatte ich schon, maserati sowieso (ich rede vom mitfahren), privatjet und halt heiligendamm. als wir (elf leute) in olbia aus dem jet stiegen steuerte ich zielstrebig auf den maybach zu, der da stand und sah den bus mit den dunklen scheiben gar nicht. sanft wurde ich in ihn geschoben und von zwölf pirelligirls getröstet.
na das stimmt fast.
aber die botschaft macht wirklich depressiv.ich grüsse dich!

1:31 PM  

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