Sonntag, November 22, 2009

neu für herrn ü. - neue musik

neue musik ist nicht neu für herrn ü., ganz im gegenteil, er wuchs in einem ganz eigenartigen gemisch aus böhmischer blasmusik und schönberg liedern auf. das schöne an neuer musik ist, dass sie immer neu ist, herr ü. hörte vor über dreissig jahren schon roswitha trexler und die singt immer noch. marianne rosenberg tut das auch, aber nur frau trexler singt immer noch neue musik. eigentlich wunderbar, sich mit einem thema zu befassen, das von vornherein und immer "neu" heisst. neue medizin, das wäre doch auch mal was.
herr ü. hört zufällig gerade wieder viel neue musik und so lernte er fausto romitelli kennen, ein name der in seinem umfeld oft fällt.
es gibt tage, da ist man abends etwas kleiner und steifer, sie stecken in einem und wollen gar nicht mehr recht aus einem fahren.
und dann ist es ein stück wie das hier, das herrn ü. das blei aus den adern kratzt. höre selbst:
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Freitag, November 20, 2009

morgendliche psychohygiene

herr ü. mag es von einer warmen meeresbrise geweckt zu werden, vom gesang der frühlingsvögel und dem huftrappen seiner rösser in der voliere. oder menagerie. oder manege. oder rotisserie. egal, hauptsache französisch und rund. da wir aber nicht immer auf unseren landgütern und latifundien erwachen können, es auch einmal eine nacht im stadtschloss braucht, muss sich der herr ü. tricks einfallen lassen, um gleich morgens so mit anerkennung überschüttet zu werden, dass ihm die freude gleich so aus dem maule quillt. zum beispiel lässt sich der herr ü. jeden morgen ein mail von "experteer carrier" schicken. er hat dort ein profil gemacht, eine irre summe als ziel eingeben und bekommt nun jeden morgen ein mail, dessen titel lauten: ¨

PERSONALBERATER WOLLEN SIE KONTAKTIEREN oder

KADERSTELLEN FÜR SIE oder

IHR PROFIL IST GESUCHT

nicht das diese mails und nachrichten herrn ü. meinen würden, diese titel versuchen nur, ihn auf irgendwelche seiten von personalberatern zu locken. aber zum aufstehen ist es nicht schlecht: "personalberater wollen sie kontaktieren" zu lesen. da strömt dann gleich das dopamin und herr ü. pranst beim bäcker. guten morgen, ich bin gekommen, um geschäfte mit ihnen zu machen.
besonders schön ist, dann gar keinen kontakt zu personalberatern machen zu müssen.

Donnerstag, November 19, 2009

nicht über grippe doch über schweine schreiben wir

ja herr ü. ist heute wieder ganz viele, darum schreiben auch wir über schweine. und dann noch ein foto. also herr ü. schreibt ein foto, da er heute morgen die kamera nicht schnell genug draussen hatte, als der viehtransporter auf der autobahn einspurte sah herr ü. die schweine durch die ritzen lugen. der fuhrunternehmer hatte einen spruch aufs auto schreiben lassen.

"WIR BRINGEN SIE WEITER!"

stand auf dem wagen.
die sind noch vornehm in solothurn, die siezen ihre schweine.

zur grippe und den schweinen sagt herr ü., der geimpfte, nichts. er hört dem grosskotzigen zeltner zu der lässig und langsam wie ein bundesberner erklärt, dass alle anderen zu blöd sind, das zeug zu verteilen und nicht etwa, die zentrale organisation der aktion, sein amt. gegen den sollte man sich auch impfen.

Montag, November 16, 2009

das niedlichkeitsgen


das niedlichkeitsgen tragen katzen nun mal in sich, es garantiert ihnen das überleben, teilweise ja sehr luxuriös. auch diese neue grossen schwarze katze, weiss, wie sie herrn ü., der immer noch unterm verlust seines kumpels ravi leidet, zum grinsen bringen kann. eine katze, die sich selbst in blumentöpfe pflanzt ist schon mal nicht schlecht. auch das getön, was sie von sich gibt, verlässt sie den erdbottich, ist nicht ohne. diese katze weiss wie es geht, wie jede katze.

doch auch eine weiterer ausspruch herrn ü.s aus den tagen des todes der jungen katzen schien sich zu bestätigen. im ersten frust darüber, dass der gute wille und viel bemühen, nichts gegen die natur ausrichten konnte, hatte herr ü. gemeint, man könne doch wieder halb verwilderte, infizierte katzen aufnehmen und sie bis zu ihrem tode pflegen. jetzt wo sie es sich doch gewohnt sein, das ihnen eine katze nach der anderen starb, könnten sie doch grad ein katzenhospiz aufmachen.

diese zynische bemerkung rächt sich jetzt, denn die körperlich ganz augenscheinlich völlig gesunde katze ist fast blind und hat augen wie aus einem polanskifilm. es macht den eindruck als schäme sich die katze und sehe weg, aber sie sieht dich einfach nicht an, weil es sinnlos ist. sie sieht herrn ü. nicht. da verpasst sie was. aber herr ü. sieht sie und all die niedlichkeit zerfliegt, da sie zumindest einen monströsen, erschreckenden blick hat.

natürlich wird herr ü. den grossen schwarzen kater in sein herz schliessen und überlegt, ihn roy zu taufen. doch noch lässt er sich zeit damit und spricht vorerst nur mit der neuen katze. er erzählt ihm von ravi, der sein kumpel war. die grosse katze antwortet.

katze leben von nähe genau so wie von distanz. dieser katze fehlt nähe, das merkt man sehr. was erzählst du mir von einem toten kater? scheint sie zu fragen. sieh ich lebe und bin allein. bloss weil meine augen tot sind.

herr ü. ist beeidruckt davon, wie sich das leben so fügt und in einen blumentopf setzt.

vorsehung


herr ü. hatte mit der frau vom herrn ü., welche hier nie nicht erwähnt wird, besprochen, dass, nachdem das lustige katzengeschwisterpaar nach zwei jahren seine herkunft dann doch nicht überlebt hatte, nach dem london aufenthalt nach neuen und diesmal gesunden katzen geschaut wird. das war optimistisch gedacht, die wochen jetzt, lassen gerade genug zeit um die wäsche zu wechseln und sich gegenseitig mal ein mahl zu kochen. für babykatzen, die in die gepflogenheiten des hofes zwischen den wäldern einzuführen wären, bliebe keine zeit.
doch herr ü. wird erhört, sein wort wird wahr, egal was er tut.
so pflanzte sich genau in der zeit der abwesenheit diese schwarze riesenkatze neu in ihr leben, die auch noch einen zweiten spruch herrn ü.s erfüllt.

Freitag, November 13, 2009

heute abend in basel

könnte der herr ü. diese unglaubliche dame sehen:
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aber er sieht sie nicht, denn er hört heute abend in der berner dampfzentrale dieses orchester:





Freitag, 13. November 2009, 20:00

Oxymoron Orchestra Leitung: Josep-Maria Balanyà. WIM Bern.

Konzert
Fr. 20.-/15.- erm.
Tickets >>

Schon seine eigenwillige Zeichensprache ist für sich ein Spektakel und mutet an wie eine Verschwörung zwischen Dirigent und Orchester. Der katalanische «Conductor» Josep-Maria Balanyà leitet improvisierende Grossformationen mit ungeheurer Vitalität und grossem Einfallsreichtum.

Kann auch eine Grossformation interessant improvisieren? Die 15 Musiker der WIM Bern und der WIM Zug gehören seit Jahren zur Improvisations-Szene und traten mit Oxymoron schon 2006 auf. Einer speziellen qualitativen Steigerung zuliebe unterwerfen sie sich dem Willen eines Dirigenten. Selbst ein erfahrener Klavierimprovisator, hat Balanyà den Überblick über das interaktive Tun und Lassen und lenkt die spontanen Energieströme. Indem die Musiker den zugewiesenen Spielraum frei gestalten, bekommt der Widerspruch «geleitete Intuition» Sinn.

Der Pianist mit diversen CD-Veröffentlichungen in Europa sagt: «Meine Musik ist nicht nur fürs Zuhören gedacht, sondern auch zum Ansehen und Anfassen (…) Komposition, Interpretation und Leben sind meiner Ansicht nach drei Elemente, die zu einer einzigen Wesenheit verschmelzen. Wenn ich keinen Flügel zur Hand habe, suche ich nach Alternativen, mit denen ich meine innere Welt ausdrücken kann.»

Gesang: Franziska Baumann, Marian Arbenz, Brigitt Aschwanden. Trompete: Florian Nussbaumer. Saxophone: Jürg Solothurnmann. Klarinette: Christoph Zurbuchen, Christian Bucher. Blockflöte: Teresa Hackel. Bassklarinette, Turntables: Pelayo F. Arrizabalaga. Violine: Hans Burgener. Cello: Thomas Probst. Piano: Katharina Weber. Akkordeon: Ursula Hofmann. Perkussion, Gesang: Werner Iten. Sampling: Barb Wagner. Dirigent: Josep-Maria Balanyà.

www.balanya.net
www.wimbern.ch




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vor zwanzig jahren - das volk fällt weg

jetzt in diesen tagen vor zwanzig jahren, die ausgesprochen turbulent waren, fiel auch das "volks" auf den polizeiwagen weg, womit die genossen polizisten um das vertrauen der soeben gestrichenen warben. vergeblich natürlich.

Donnerstag, November 12, 2009

taschenlampe

herr ü. suchte sich abends den weg von der letzten ausgeschaltetenen lampe ins bett mit dem i-phone, das man auch als taschenlampe verwenden kann. er erinnerte sich daran, wie sehr ihn als kleiner ü. seine erste taschenlampe fasziniert und aber auch enttäuscht hatte. mit ddr batterien war nach zehn minuten gefunzel schluss. nichts schlimmer als eine taschenlampe, deren schwach glimmenden draht man genau betrachten konnte, bevor er wieder schwarz wurde und bieb. später bekam er so eine supercampingfunzel geschenkt, die ihm unheimlich gefiel, die aber nur mit dem ersten satz batterien leuchtete. sie wurden nie ersetzt. auch der säureaustritt aus der leeren batterie war mit den ddr modellen gut zu beobachten.

Mittwoch, November 11, 2009

die kutsche die die sehnucht zog

autsch.
in diesem auto fuhr der herr ü. damals zu sich selbst von vielem weg.
und eben, antizücklisch erstmal richtung osten nach polen.
ehe herr ü. die äussere freiheit überhaupt begreifen konnte, explodierte die innere und er flog in alle richtungen über alle grenzen und sich selbst hinaus.

der soundtrack alter sehnsucht

im honda durchs verschneite polen.
allein und diese musik im ohr.
wo nur fuhr herr ü. da hin?

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antizücklisch

jedes arschloch, so also auch der herr ü., weiss, dass man sich antizücklisch verhalten muss. darum mag er auch nicht in das zwanzigjahremauerwegjubelgeheul einstimmen. und doch wird er nachdenklich über diese zeit und diesen neunten november, an dem im nachhinein am wesentlichsten ist, an ihm selbst nicht bemerkt zu haben, nicht in der lage gewesen zu sein, zu erfassen, was da eigentlich geschehen war. das waren die denkkreise dieser tage und nächte jetzt. herr ü. bedachte, was er alles nicht gewusst hatte. dann hörte er ganz komische musik und wurde unsäglich melancholisch. eine angenehme, etwas selbstverliebte traurigkeit erfüllte ihn, bedachte er, wie sich die freiheit angefühlt hatte, als sie plötzlich da war. wie ins vacuum war herr ü. gefallen, und das riss ihn ausseiander, dehnte ihn zu etwas, das er vorher nicht gewesen war. völlig frei sass herr ü. plötzlich in einem japanischen auto, das ein, zwei nummern zu gross war und bereiste europa, endlich frei der sehnsucht hinterherzufahren. unendlich allein war er in seinem auto auf den strassen bis warschau. das war die neue freiheit für herrn ü.: er konnte überall hin und er ging auch überall hin. allein. das war das prägende gefühl, das ihn heute noch schmunzelnd traurig macht, allein in der unendlichkeit. ganz sich selbst und doch verloren sein. erst heute weiss herr ü., wie sehr sein leben an diesem 9. november aus den fugen geriet. und die wände wackeln noch immer.

Dienstag, November 10, 2009

von der welt

herr ü. war in der letzten woche derart von der welt, dass es ihm am sonntag peinlich war, eine dame zu treffen, der er schon am montagmorgen begegnet war. peinlich war ihm das wiedersehen, da er exakt dasselbe anhatte wie sieben tage vorher. (mal abgesehen, von unterwäsche) auch sein hemd, den pulli drüber und die restlichen accecoires seiner staffage sah man auf der strasse nicht wirklich, aber es reichte herrn ü., ZU WISSEN, dasselbe zu tragen wie zu beginn der woche. so kann man doch einer dame nicht unter die augen treten.
so war herrn ü.s woche gewesen. er kam nicht zum umziehen. geschweige denn, zum sich selbst schreiben.

Samstag, Oktober 31, 2009

im schaufenster


der evolutionäre schritt nach starbucks sind hier in london die EAT. läden, oder noch besser die PRET A MANGER. ausgezeichnete und wirklich superfrische sandwiches gibt es da, wie man sie wahrscheinlich nur in england bekommt. zu erstaunlichen preisen wird man auf fast schon gesunde weise satt. einziger makel, zur zeit der mittagspausen sollte man die geschäfte meiden, dann sind sie brechend voll. bedient wird immer sehr schnell, aber die enge ist bedrückend. so freundlich wie londoner im direkten kontakt sind, so laut und rempelig können sie zum beispiel in so einem cafe sein. lustig ist, wenn sie deinen blick auffangen, der anzeigt was du von ihrem benehmen hältst. gestern sagte eine frau nach einem italienisch geführtem telefongespräch zu herrn ü.: sorry, my vpice.
es war aber auch "the voice".
das halb genervt, halb huldvolle abnicken aus dem harris tweed, das kann der herr ü. jetzt schon ganz gut. ja er trägt jetzt harris tweed. das macht er immer so, als er mal von bali zurück kam, trug er eine stringtangabadehose und hatte das surfbrett unterm arm.

doch nun zur morgendlichen betrachtung über schaufenster hinter einem deren herr ü. im moment sitzt und den morgen mit blick auf die londonerinnen (die noch lustiger und mutiger angezogen sind als die pariserinnen und nie ohne rock!) geniessend verbummelt. auch hier sah er häufig das phänomen, sechs oder sieben leuchtende angebissene äpfel mit jungen menschen dahinter in den schaufenstern der cafes zu sehen. herr ü. findet ein leben im schaufenster nicht unlustig,mehr aber die seite des offen lebens. die andere frage ist ja die, ob wirklich jedes gelebte leben zeigenswert ist. aber man kann ja weggucken. immerhin liest die überwältigende mehrheit der menschen den herr ü. nicht und überlebt doch. gut es gibt drogen...

aber eine andere frage will herr ü. heute mal am eignen beispiel klären:
was shen die leute, die in den cafes auf ihre monitor glotzen eigentlich? ist es wie anfang der neunziger in italienischen bars, wo die bellos mit handyattrapen beeindruckten? nun nicht ganz. trotzdem zeigt herr ü. heute einmal was im moment einer der zur schaugestellten in einem pret a manger in notting hill sieht, während er besehen wird.
sehen und gesehen werden.
sein oder nicht sein.

Freitag, Oktober 30, 2009

overkill in safety


london ist beruehmt fuer seine hunderttausend kameras. sex im oeffentlichen raum kann schnell zum porno werden. das stoert herr ue. nicht, er hat kaum sex im oeffentlichen raum. wer nichts zu verbergen hat, den stoeren kameras nicht. und den archetyp des narzissten so wieso nicht. manchmal erwischt er sich sogar dabei, wie er sich vor ueberwachungskameras dreht und zu posieren beginnt. im internet wie auch beim staat wird fehlende anonymitaet erst ein problem, wenn kriminelle energie dazu kommt. egal von welcher seite der zweischneidigen medaille. die vorrede ist so lang wie die wartezeit auf seine frau, die im "ken" in kensington zwischen kleiderstaendern verloren ging. eigentlich wollte herr ue. ja nur sagen, dass das ganz schoen viele kameras sind, auch wenn das haus sehr schoen und sehr reich aussieht. damit ist es gesagt und die frau kommt aus der boutique.

london palm

in autuum 2010

und ja und ja und ja!!!!

schild in einer baeckerei in notting hill. recht haben die und ihre
brownies sind weltspitze.

Donnerstag, Oktober 29, 2009

der platz auf dem schimmel ist frei

herrn ue.s vater hoppelte noch mit siebzig durch die kueche und sang: wenn eines tages dann dein prinz kommt auf einem schneeweiiiiissen pferd....(hauff & henkler)
naja schneeweisses pferd. ein schimmel ginge auch.

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glashausen

silk street london

mindblowing

herr ue. liebt es sich zu verlaufen und zu verwirren. das ist gut fuer
den kopf. alles mal wieder anders denken. fast haette er sich auf den
schoss seines fahrers gesetzt, wo alles andersrum ist, hier in london.
beachte auch den tueranschlag! echt tricky.

eigentlich ist herrn ue.s leben

ja eine einzige princess diana memorial veranstaltung. diesmal london.
kensington palace.

Mittwoch, Oktober 28, 2009

portrait of a doctor

francoise pikabia

buehne 2

die des st. thomas old operation theatre. die spannweite von herrn ue.s welt erschliesst sich in london innert zwanzig minuten fussweg. sein leben ist entschieden doch die spannung bleibt: in sich tauchen und welten erzeugen oder in die natur tauchen ( hier in form des menschlichen koerpers) und leben erhalten was wie welten schaffen ist.

buehne 1

die der globe theatre replik in london.

Dienstag, Oktober 27, 2009

and then the green

first gimme the red

helf gott helfgott!!!

herr ü. hatte gestern abend das ausserordentliche vergnügen, die britten sinfonia unter christopher hogwod zu hören. doch davon soll nicht berichtet werden, wozu über gute musik und schöne bilder noch reden? nur so viel, sie spannten den bogen von purcell bis zu martinu, schon das wie ein abend zum verstehen von musik. dabei war es ein fühlen. und alles auf stahlsaiten. unglaublich.

herr ü. und seiner liebsten fiel natürlich der abend vor einer woche ein, an dem sie david helfgott in bern hörten. herr ü. wollte nichts darüber schreiben und das lag an dem unglaublich schlechten weil korrekten orchester, das mit dem speziellen solisten nichts anzufangen wusste, ausser dort einzusetzen wo man einsetzen muss und nicht da wo es geraten erschien. obwohl dieses orchester, welches zur strafe hier nicht mal genannt wird, ja einen gewissen aufmerksamkeitsbonus durch den australier bekommt. dieses konzert wurde ja mit und immer auch für ihn gespielt. das klappte nicht und bestärkte so den zwiespältigen eindruck, den man vom auftritt des weltberühmten pianisten bekam.*

tja helfgott. nichts ist mehr wie vordem, wenn sie einen film über dich drehen. das schlechte orchester machte deutlich, worum es heute bei helfgott geht. all den leuten, die den film lieben, das unglaubliche erlebnis zu vermitteln, den helden der geschichte in wirklichkeit spielen zu hören. und das ist kein guter ansatz für ein konzert.

helfgott ist ein symbol und gerade für die wichtig, die auch nicht klar und gerade durchs leben kommen. also für fast alle. der mann im roten seidenkaftan hüpft auf die bühne, macht seine tänze, reckt die krummen daumen in die luft und freut sich. dann sitzt er ans klavier und spielt einfach los, das orchester muss sehen, das es mitkommt. beim rachmaninow war sich herr ü. nicht immer sicher ob der star auch wirklich das spielt, was auf dem blatt steht. hören tat man es nicht immer. einmal steht er auf, geht zum dirigent, zupft den am ärmel und lässt sich zeigen wo man gerade ist. helfgott spielt aus dem kopf. klar. nur diese szene hat das konzert dann doch gelohnt. nach dem konzert freut er sich wie ein kind, hüpft, springt, küsst alle erreichbaren frauen, schüttelt immer wieder die hände der gleichen und legt seinen kopf an die schulter des dirigentn. da kommen einem tränen.

beim grieg dann merkt herr ü., dass es sich hier um interpretation handelt. eine sehr, sehr eigenwillige. logisch. das grosse solos im kopfsatz entschädigt dann für alles, da ist er, der magische moment, den man von einem irren erwartet. da nimmt er uns mit ganz weit weg in seine welt. zehn minuten, für die der abend, der nicht den erwartungen eines konzertes enstprach und auch nicht entsprechen sollte, sich lohnte.

viel show, wenig musik. das ist herr ü.s fazit.
die show macht nicht helfgott, der ist echt.
die show wird mit ihm gemacht.
wir machen die show mit ihm.
um es klar zu sagen.

*zwiespältiger eindruck ist ein schöner ausdruck für das konzert eine schizoiden.

Sonntag, Oktober 25, 2009

jahrzeit

vor einem jahr starb herrn ü.s mutter in seinen armen und umgeben von den engsten. er hat das gestern schon still begangen, da war samstag wie damals. begangen hat er gar nichts, es kam einfach. heute hatte er in der todesstunde eine unangenehme körperliche schwäche. aber das kann auch an neun stunden london zu fuss gelegen haben.

herr ü. schob das gefühl, sein leben werde sich sehr ändern, vor einem jahr auf die massiven emotionen der vergangenen monate, tage und nächte. doch da hatte er sich getäuscht. er war ein anderer geworden, denn er wusste nun nicht nur von der bitterkeit des lebens, er hatte sie geschmeckt. das macht diesen schmalen mund. manchmal schaut er im spiegel nach, ob sich das ins gesicht eingraviert hat.

herr ü. trägt schon immer verantwortung, doch so bewusst und so aufrecht wie seit einem jahr noch nie. und dann der tod. er fasziniert ihn schon immer und darum arbeitet er auch in seiner unmittelbaren nähe, oft ist er mit im raum. doch wie als ob da was passiert ist vor einem jahr, begegneten ihm im letzten jahr so viele tode wie noch nie. und er ahnt, dass das so weiter gehen wird. trotzdem ein ü. zu bleiben, das fällt ihm zunehmend schwer. aber es ist eine aufgabe. eine von vielen, die er liebt.

autonummern gibts...

prince w. mit kettenhelfer.
nach recherche: da herr ü. bei den royals nicht allzu sattelfest ist, konnte er nur aus der ankunft nach dem premier, dem bentley mit krönchen und der irren nummer wm1 schliessen, prinz william gesehen zu haben. tatsächlich wurde dem nach dem aussteigen die kette gerichtet. herr ü. konnte kaum glauben, dass dieser kräftige herr einer der niedlichen prinzen sein soll, aber der ist halt auch keine zwanzig mehr. schönes auto. übrigens wurde der gottesdienst in westminster abbey von der nva organisiert. darum war der herr ü. da.

gordon brown

this afternoon in westminsterabbey. nicht herr ue. laeuft zu den bildern, die bilder laufen zu ihm und brown von ihm weg. doch der laeuft ja grad vor allen weg. etwas unheimlich ist das herrn ü. aber schon, brown begegnete ihm während dieses stadtbummels gleich zweimal. erst beim zweiten mal ergab sich herr ü. dem schicksal und knipste.

strassenschreibe

gut fuer den herrn ue.

the londonview

to the world.

Mittwoch, Oktober 21, 2009

quelle und videotext

der quelle katalog und der videotext gehören für herrn ü. zusammen. in einem leben vor seiner zeit war herr ü. manchmal gast in einem hause, in dem es eine minibar, einen farbfernseher und einen quellekatalog gab. eine tochter gab es auch und wegen der war herr ü. eigentlich da. aber manchmal wenn er nicht schlafen konnte, sass er nachts vor dem fernseher, sah den videotext in farbe, hörte den unterlegten westsender sein nachtprogramm dudeln und durchblätterte die tausend seiten quellekatalog. das hielt er nur wegen der minibar aus.
später hörte er auf mit saufen und wurde ein richtig anständiger schwiegersohn.

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Dienstag, Oktober 20, 2009

quelle

quelle - das war der bunte katalog, den herr ü. schon zu ddr zeiten in den händen hielt, der ihm die bunte warenwelt der imperialisten zu ganz erstaunlichen preisen zeigte, was ihn aber in seiner marxistisch-leninistischen grundhaltung kaum irritierte. herr ü. der gerne versteht, verstand die auswahl der waren nicht. was haben damenunterwäsche, kinderschuhe und waschmaschinen gemein? warum konnte man stereoanlegen und gartenhäxler aber keine schallplatten und autos kaufen?

und so gibt er zu, dass er in den entscheidenden jahren, manche nacht, wo er gebeugt über dem vesalius hängen sollte, über den tausend bunten seiten geklebt hatte und las, was er kaufen könnte, wenn er ordentlich verdiente, wozu er hätte lernen und nicht kataloge anschauen müssen. aber quelle war ein guter name.

das änderte nach der wende. plötzlich stand an irgendwelchen privaten fensterscheiben meist im parterre gross blau-weiss QUELLE und etwas von "sammelbestellungsstelle". anrüchige getränkeläden, trinkhallen oder auch bierpräsente hatten den schriftzug an der scheibe. was man heute prekariat nennt, begann mit mit quelle aufklebern in den fenstern.

der leuchtende, lockende schriftzug war zum synonym für armut und arbeitslosigkeit geworden. oder für das strampeln der vielen, bevor es eineurojobs und hartz4 gab. jetzt hören sie mit quelle auf. herr ü. findet das nicht so schlimm.

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die breite masse

herr ü. hörte während seiner durchtunnelungen der schweiz den deutschlandfunk, was, seitdem ihm die von rattenfrass zerbissene antenne erneuert war, richtig gut funktionierte. er hatte keine lust, zuzuhören, warum schweizer bürgerliche unbedingt kampfjets brauchen und der verteidigungsminsiter nicht mauert wie der name sagt sondern zickt. er sagt, man solle den ganzen flugzeugeinkauf lassen, wenn halt kein geld da sei. als nächstes wird er vorschlagen, die schweiz kampflos an libyen zu übergeben. das aber nur, damit die "normal" bürgerlichen aufschreien und ihm schöne teure flugzeuge kaufen. wofür auch immer.

herr ü. hört sich diesen quatsch nicht an und hört also lieber deutschlandfunk.
dort berichten sie aufgeregt von regierungsserum und dem impfstoff für die breite masse. herr ü. hat spass an der pseudoaufregung, denn es erinnert an honecker. der hätte auch befohlen, dass er ein schwein bekommt und das volk die dazugehörige grippe.

nun wird breit im radio erläutert, dass der impfstoff für die breite masse ja eigentlich der wirksamere sei. und herr ü. findet den doppelsinn der aktion sehr wirkungsvoll, den die regierung spricht das volk so an, wie sie es sieht. als breit (gelaufene) masse. da ist nicht masse wie bei canetti gemeint, ^denn das würde der gemeine deutsche ja durchschauen, sondern der individuelle deutsche, der immer mehr zu einer breiten masse verkommt.
die haben halt kein e balance.

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Dienstag, Oktober 13, 2009

knapp vorbei

ist auch nicht getroffen.

Montag, Oktober 12, 2009

gezogen

will die furche sein, der feldmaus stuerzt die wohnung ein.

Samstag, Oktober 10, 2009

kalte wahrheit

gestern wurde das einkaufskino und badekaufhaus mit exellentem buchladen bei bern, das westside, ein jahr alt. herr ü. der sein zunehmendes alter durch immer rasendere zeit spürt, wird aufgeklärt, dass die massen, die ihm den weg in die suoersauna versperren, dieses jubiläum feiern. auf alles gibt es zehn prozent, was im globus und bei navyboots nicht wirklich etwas nützt. auf den fluren wird volksbelustigung und kinderbespassung versucht. neben einer bühne aus deren boxen smoothjazz tönt, lässt eine frau gelangweilt kinder aus einer schlange in einen reif steigen, den sie aus einem wasserbad über die kinder nach oben zieht und der sie für den kurzen moment vor dem zerplatzen in eine seifenblase hüllt. genau in dem moment, wo das leuchten in den augen nach antwort sucht, müssen sie wieder aus dem ring steigen und ihr blick erlischt wie die blase zersprang. das nächste kind wird heran gewunken, ein vordrängler zurückgewiesen. kind rein, ring hoch, blase da, blase weg, kind raus, nächstes rein. die kleinen schauen mehr verstört als begeistert. sie wissen nicht so recht, wie ihnen geschieht.

alle halbe stunde steigt ein clown auf die bühne und lässt eine melone über seinen arm rollen. mehr sieht herr ü. nicht, clowns können sehr traurig sein und dieser tat schon fast weh. lustigkeit ist unprofessionell für clowns.

draussen sieht herr ü. den schwarzen bus des zauber und seifenblasenduos. auf ihm steht offen, kalt und in gelb die wahrheit geschrieben:

EVENTS FÜR IHRE KUNDEN VON MORGEN!

die schweine! denkt herr ü. und braust davon.

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Freitag, Oktober 09, 2009

zwanzig jahre niedergang

während in den tagen um den siebenten oktober 1989 die stimmung immer leiser und wacher wurde, war sie am abend des 9. oktober, jetzt um diese zeit, ausser in leipzig im ganzen lande ddr still. still vor spannung. still um zu hören, ob panzerketten den ruf: WIR SIND DAS VOLK überrasseln. stille um zu hören, ob wahr ist, was da passiert. es war wahr, siebzigtausend mutige leipziger zogen um den ring und zeigten der welt, dass sie nicht mehr zu halten waren. wichtiger aber als für die welt war das für ihre beste ddr, beziehungsweise ihre bewohner. ein wichtiger schritt war die leipziger erklärung, die auch von sed kadern unterschrieben war und im stadtrundfunk publik gemacht wurde. hier ist sie nochmal.

die herrn masur, lange, meyer, pommert und wützel haben mit ihrem mut, die idee der kaputten apparatschiks honecker und seiner töle mielke, das ganze mit panzern in leipzig zu klären, verunmöglicht.
dafür sollen sie heute gefeiert werden!
deshalb bekam barack obama den FNP.

denn irgendwie war sein geist doch damals schon unter uns.

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Mittwoch, Oktober 07, 2009

sechzig jahre ddr

herr ü. sah von der terrasse aus dem morgen zu, wie er die kaufmannsstadt belebte. herr ü. war froh, eine nicht zu überblickende freiheit zu überblicken und dachte beim ankleiden daran, vor dreissig jahren an diesem morgen mit sicherheit die weisse pionierbluse getragen haben zu müssen. welch elend, denn mit dreizehn stand man unmittelbar vor dem wechsel ins blaue hemd, welches einen schon mal als weniger klein und niedlich kennzeichnete. herr ü. kann sich nicht mehr erinnern, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die ddr an ihrem dreissigsten jahrestag kopf stand und keine normale schule stattfand. auf jeden fall gab es ehrenbanner en masse.

zehn jahre später spielte dieser tag einen wichtige rolle beim untergang der ddr. wer es noch nicht wusste, konnte allerspätestens bei der tischrede honeckers am abend im palast der republik feststellen, dass es der alte, kranke mann nichts mehr gebacken bekam. er schien nicht zu wissen was draussen los war. obwohl das nicht stimmt, honecker war bestens im bilde und es gehörte zu den ewigen ritualen der besten ddr der welt, dass politikereden ganz bewusst von etwas anderem handelten als dem, was der hörer täglich erlebte. diese schere zur realität, die ein jeder bemerkte, wurde dann mit tiefenpropaganda aufgefüllt. es ist wie bei religionen. irgendwann verlangen sie einfach, dass du glaubst. das ist ihr kern.

du wirst kein frommer werden, wenn du nicht glaubst, dass gott moses die hand auf die hand auf dem hirtenstab legte und sich das meer (nach einigem protest) teilte. wer das nicht glaubt kommt nicht in himmel.

der siebente oktober 89 war einer der wichtigsten tage der wende. man spürte längst, dass bewegung im lande war, irgendwas schob sich, die grenzen waren durchlässig geworden und irgendwie bewegte sich alles schon. doch die strukturen wurde noch einmal als funktionabel gezeigt und vielleicht ist dieser staatlich zelebrierte letzte feiertag der kafkaeskeste moment der ganzen ddr. nie war die hülle so leer. die menschen riefen zu der tribüne nach gorbi, dem vermeintichen retter.

am abend sah man die prügelbilder im westfernsehen und wusste, jetzt geht es nicht mehr lang. man darf auch das nicht vergessen, es hatte bis zum september 89 kaum bilder der ddr in ausübung ihrer staatsgewalt gegeben. auch das war neu. sicher auch deahalb waren es ein paar tage später in leipzig plötzlich so viele.

stolz und schande sowie aufstieg und niedergang der ddr sind mit dem heutigen datum eng verbunden.



ähnlicher geburtstag

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Dienstag, Oktober 06, 2009

regieren nach gefühltem volkswillen

herr ü. hat es gar nicht leicht sich politisch zu orientieren. realsozialistisch erzogen und drum noch in der ddr zu einem liberalen zurück evolutioniert, findet er heute sozialgiesskannen gefährlich, atomkraftwerke aber auch. in bern hat rot - grün die mehrheit. und die haben nun etwas ganz neues erfunden, sie machen nicht mehr die politik, die in ihrem programm steht, sondern was sie glauben, dass es die mehrheit der bevölkerung will. das ist regieren nach gefühltem volkswillen. oder einfach regieren nach gelegenheit. na ja, so neu erfunden ist das ja gar nicht, die sogenannten populisten machen es ja schon immer so. klientelpolitik, die vermeintlich nach des volkes maule geht. denn eigentlich geht es um die bkw, die dem kanton gehören. das ist simple proindustriepolitik.
parteien sollen meinungen fassen und bündeln, aber auch bilden. wenn herr ü. jetzt gefragt würde, warum er rot grün nie wählen würde, kann er dieselben argumente nutzen wie die atomkraftgegner. das ist mal nachhaltig!

kein scheiss.

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Sonntag, Oktober 04, 2009

schoenes schaufenster

fuer oder gegen?

zum geniessen in voller länge

lesen sie erst, bevor sie sich in die schlange der entrüsteten einreihen. herr ü. mag diese art politik zu machen. rhetorik vom feinsten, besonders schön zu sehen an der stelle mit den ostjuden. das muss man sich erst mal trauen. und recht hat er allemal.

das inkrimierte sarrazin interview.

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alte sprüche

herr ü., bei dem die buchstabensuppe in kyrillisch gereicht wurde als er kind war, kennt natürlich all die alten kommunistensprüche. sein liebster ist, und das mehr aus fragen der rhythmik als des inhalts, der:

wer hat uns verraten?
sozialdemokraten!

in thüringen ist es wieder mal so weit, wobei der rostbratwurstverzehrende bürger ehr anstoss nehmen sollte als der arbeiterliedersingende kommunist. vielleicht aber eben auch nicht.
herr ü. mag alles was aufmischt und durcheinanderbringt. von dem her mag er die linke. es ist erst neunzehn jahre alt und scheint schon so verkrustet, dass thüringer staatswesen. wahrscheinlich wurde das schon mit kruste installiert damals. die regierenden besitzstandswahrer mal ein bisschen zu stören, das findet herr ü. gerade in diesem land nur gut. regieren lassen muss man die linke aber besser nicht, da hat der matschie schon recht. es muss erst erarbeitet werden, was man verteilen will.

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Freitag, Oktober 02, 2009

oktobersonne

herr ü. findet ihn schön, den oktober, der golden beginnt. tief schiebt sich die sonne spät zwischen kirchturm und häuserdächern in den morgenhimmel, der dieses blassblau hat, das der sommer nicht kennt. herr ü. liebt die tiefe sonne. die welt hat mehr konturen mit den langen schatten.

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gier ist geil

gier ist geil, könnte man auch sagen, statt geiz ist geil, wie es nun auch bedauerlicherweise in schweizer städten auf plakaten zu lesen ist. geiz ist geil, dieser griffige spruch ist in sich so unwahr wie nur irgendwas, denn mit ihm soll der individuelle verbrauch letztlich ja gesteigert werden. nur soll die kaufmännische, die vorteilsader in uns mit bedient werden. wir fühlen uns besser nach einem guten deal. also gehen wir in läden, die uns per se den guten deal versprechen. das ist er auch. für den eigner. die zeitungen tun so, als schauten wir mit flackerndem blick auf die verbrauchszahlen der welt. der welt geht es gut, wenn amerika verbraucht. amerika geht es gut, wenn wir beim prassen geizen können. wir sollten leben und nicht verbrauchen. das sagt herr ü. , der beileibe kein linker ist.

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Donnerstag, Oktober 01, 2009

wiedergänger

da sich in thüringen keine regierung geschweige denn deren chef findet und sich nun etwas abzeichnet, das so nicht gewählt wurde, wird es nicht allzu lange dauern, bis eine seitentür aufgeht und der wiedergänger vor die klasse tritt, um die führung einfach weiter zu übernehmen. da ja dort sonst nichts los ist, kann es doch für die nächsten jahre gute unterhaltung bieten, wenn althaus immer mal von der seite ins bild tritt und sagt, dass er grad gar nicht versteht, warum niemand versteht was er hier will. er ist doch der den alle wollen und der darum immer wieder ins bild tritt. einer slowakin kostete das das leben.
herr ü. kannte mal einen trottel, der erzählte jedem: weisst du, wir sind damals mit dem schlitten an den baum gefahren und sich sass ganz vorne. seitdem ist das so.

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Montag, September 28, 2009

free polanski


seinen dreitausendsten post gibt herr ü. für herrn polanski her. weil ein bissel polanski ist herr ü. ja auch. es ist eine schmach und einfach nur widerlich vor der ganzen welt, einen so grossen mann erst einzuladen um ihm einen preis zu übergeben und ihn dann bei der einreise festzunehmen. das ist schoffel, das ist niedrig, das ist schweiz. eigentlich hat es herr ü. immer sehr gemocht, dass es der schweiz egal ist, wie sie von aussen aussieht. aber so langsam wird es ihm zu viel. im moment erscheint die schweiz wie ein streber der zurück unter die besten und somit unter das lob des lehrers möchte. es ist eklig. im moment sieht die schweiz aus wie diese frau:

(links das)

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Freitag, September 25, 2009

kein paradies

der gestresste schweizer bundespräsident hat nach den gesprächen mit dem geiselnehmer gaddaffi auch noch bekanntgeben dürfen, dass die schweiz nun ihr zwölftes DBA abgeschlossen hat und zwar mit dem wüsten land katar.
damit ist die schweiz kein paradies mehr. schade.

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Donnerstag, September 24, 2009

selbstauflösung des paradieses verhindern!

wie die schlimmste streberschnalle geriert sich die schweiz im moment und meldet fast jeden tag, wo sie wieder ein doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat. die nachrichtensprecher freuen sich hörbar, dass das land bald von der grauen liste der steuerparadiese gestrichen werden würde.
so was doofes.
kein meer, kaum palmen und jetzt auch noch normale banken?
ja wie?
sollen käse, schoggi und die alpen (wenn auch mit monte rosa hütte) für den rest der ewigkeit reichen?
hoffentlich geht der neue gotthardtunnel bald auf, damit die touristen wieder strömen um ihn in neigezügen zu durchdonnern. walzerbahn nannte man das früher im osten auf dem rummel. die bringt noch den härtesten zum kotzen.
und leuenberger reisst die karten ab.

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Mittwoch, September 23, 2009

tagundnachtgleiche

heute wird der tag genau so lang, wie die nacht kurz war.

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Dienstag, September 22, 2009

wache nacht und grauer morgen

heute nacht bedachte herr ü., die sonne geht ja gar nicht auf, sondern wir drehen uns ihr zu.
die ganze nacht lang!
etwas taumelig erwachte herr ü. und sah sich in dem grauen morgen bestätigt. sie geht gar nicht auf und ihm ist schlecht.

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