Mittwoch, Juli 15, 2009

to big to fail

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multikulti

herr ü. hat, wie es sich für einen herrn von welt gehört, einen stadtsitz. das klingt gut und vornehm und ist noch wahr, denn viel mehr als ein sessel passt in sein dachzimmer nicht hinein. herr ü. der sonst sehr ländlich in einem bauernhaus bei lauter urbernern wohnt, geniesst das multi in der grossen stadt. kulti ist nicht viel. aus einer türe drängen die schweren düfte asiens, aus einer anderen ekelwolken balkantabak und hinter einer wird erst geschriehen, dann gehauen und dann gebumst. das ganze in der abfolge drei mal die nacht. herr ü. schläft wenig im multihaus.

gestern sah er vor diesem zwei kleine jungen spielen. beide in trainingshosen mit sportgeneralsstreifen und einem tischi bekleidet. einer fuhr trotti der andere ein minifahrrad. den legte es hin. es ging einen moment, bis dem verunglückten klar war, ihn hörte keine mama, egal wie laut er schrie. der andere hob ihm schon mal das rad auf und stand hilflos daneben. da erhob sich der gestürzte, wischte sich den rotz aus dem gesicht, schob die hose hoch und suchte nach blessuren, fand keine wirklichen, schob sie wieder runter, klopfte sich ab, stemmte die hände dann in die seiten und dozierte kopfschütteln über den schlechten bürgersteig. schwer seine schritte beim auf und ab. herr ü. freute sich, denn er sah den vater des kleinen vor sich laufen ohne ihn zu kennen. wie früh die schon geprägt sind, dachte er. die kleinen serben, türken, inder oder schweizer.

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Montag, Juli 13, 2009

pflanzenfolter

herr ü. bekam die tage von einer ungenannt bleibenden dame (in zukunft: die ungenannte bleibende dame (ubd) genannt) einen mittelgrossen blumentopf mit vielen frühlingsgrünen blättertragenden halmen gezeigt. die raseneng beieinander stehenden pflänzchen bildeten einen kleinen dichten miniwald. bonsaisibirien.
herr ü. fragte, was das denn für nette pflänzchen sein. die dame erötete und sagte: das ist pflanzenfolter!
in herrn ü.s augen standen die drei fragezeichen. also in jedem eines.
na ja, es ist so, erklärte die ungenannt bleibende dame, das sind eigentlich sonnenblumen. nur habe ich die viel zu eng gepflanzt. jetzt ist es zu spät, man kann sie in dieser grösse nicht mehr umsetzen. nun kämpfen sie hart um ihr leben und ich beobachte das.
ganz kurz blitzte die freude am bösen in ihren augen.

nachdenklich fuhr herr ü. an einem feld zwei meter hoher sonnenblumen vorbei nach hause.

Samstag, Juli 11, 2009

wer auf dem grat wandert

lebt gefaehrlich doch sieht nach allen seiten weit.

rinderkindergartenwarten

auf der engstligenalp.

kraftort grobstofflich

fuer feinstoffliche.

auch von der seite zu

das wildstrubelmassiv. ein thema dieser Ferien, wegen verwechslung von
strubel und tobel im ueschen oeuvre.

die aengstligenalp

ohne angst vom ammertenspitz.

kaemm dich

oder schaemm dich.

fuesse

vo obe abe

die aufgabe

da rein

nur wer wagt gewinnt

auf zum aeugi weg.

nebel heisst leben

denn man muss wiederkommen um zu sehen.

wildstrubelgletscher

von der gemmi aus.

bergschiff?

berghotel faulhorn innen

Freitag, Juli 10, 2009

japaner im berg 2

das berner oberland ist massentouristisch dann doch immer noch schwer in der hand der japaner, verzweigt man sich feiner, wird man auf die seit zweihundert jahren dorthin reisenden briten treffen. auf den aussichtswegen rund um die schynige platte trifft man zehnergruppen von japanerinnen, die keinesfalls jünger als fünfzig sind. sie können auch siebzig sein, das ist schwer zu schätzen. herr ü. sagt gruppen japanerinnen, da selten mehr als ein mann dabei ist, der immer mit dem fotoapparat hinterdrein läuft. es gibt auch junge japanische paare, die aber individual reisen.

bestens ausgerüstet sind sie alle und steigen fröhlich in den berg, auch wenn die aussicht durch superfette sommerwolken verstellt ist. sie sehen sich die alpenflora genau an und laufen die murmeltierpfade ab. die freuen sich und pfeifen.

das foto weiter unten löste bei den japanern, die bemerkt hatten, dass herr ü. sie fotografierte, ein geschrei und gelächter aus, dass derart ansteckend war, dass herr ü. mitlachen musste, ohne zu wissen warum. beim weiterlaufen passierte er eine allein auf einer bank sitzende japanerin. noch fröhlich von ihren vorgängern grüsste er freundlich und deutete, ganz alte schule, den gezogenen hut an. der rutschte ihm aus der hand und er zog nocheinmal. das musste aussehen, als kraulte er seine mütze.

die japanische oma erwiderte seinen gruss strahlend und zupfte sich auch zweimal in der mitte des hutes.

bald nun wird sich in japan die neue schweizer mode zu grüssen durchsetzen und herr ü. hat wiedermal an der welt gedreht, ohne es gewollt zu haben.

später unten in grindelwald, war die schweiz wieder die schweiz. alles voller inder.

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sommerweiss

und wintergruen.

sommermorgen

auf dem faulhorn.

Donnerstag, Juli 09, 2009

faulhornwetter

1 grad plus fuer sommerferienfaultiere.

fast da

auf der faultierfarm.

ue. im Mond

der maenndlengletscher

vor Idioten und gletschern hat herr ue. keine angst. besonders wenn
sie klein sind.

das ziel

das faulhorn.

vo lauchere

2020m.

hoehenraetsel

daube

2076 m.

japaner

im berg. leider kann man nicht hoeren, wieviel spass die haben.

niederhorn

der trainingsberg mit thunersee.

alpenflora

der enzian.

Dienstag, Juli 07, 2009

sinfonie in grau

große berge helfen gegen kleine geister. gellen sie.

sommer!

wo?

tiefschlag

gestern nun hatte herr ue. endlich mal einen schlag eingefangen, der ihm zeigte, sein spiel ist nur fuer ihn eines. und es freute ihn, eine fast schlaflose nacht lang, wie tief der schlag gekommen war. entweder war unfair tief getreten worden oder ue. war so gross;, dass man seine eier traf, wo sie doch in sein gesicht wollten. und entweder sind die zu klein oder aus eisen. denn nichts hatte geschmerzt und hart war seine parade.

doch endlich ist das freundliche gelaber vorbei.
endlich wird gedroschen.
das ist ehrlicher.

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die bella tolla

dieses jahr mal von der anderen seite.

von ganz oben

leukerbad. was denkst denn du?

Montag, Juli 06, 2009

atomstrom und ampeln

gar nicht verwundert ist der herr ü. darüber, was dieses wochenende im schönen hamburg ans tageslicht kam. nein nicht, dass die prügler im schanzenviertel neue strategien haben, egal welche seite man herannimmt, nein herr ü. freute mehr die nachricht, dass wenn der atomstrom aus krümmel klemmt, dann in hamburg die ampeln nicht mehr gehen. jetzt kommt ans tageslicht, worüber keiner gerne redet, die reglementierung des freien bürgers und seines bleifusses geht nur mit atomkraft, anders sind wir nicht zu halten! jetzt ist auch klar, warum das zehnmal kleinere bern ein eigenes atomkraftwerk braucht. in bern stehen genau so viele ampeln wie in hamburg, nur dass sie immer auf rot geschaltet sind. doch auch das braucht strom. und noch vielmehr, denn sie leuchten die ganze nacht durch. und so wird auch klar, warum der iran atomstrom will, sie wollen rote ampeln anschalten, um die grüne revolution und die israelis zu stoppen. herr ü. fühlt sich wohl, wenn er die welt versteht.
und erhebt die stimme gegen rote ampeln auf der ganzen welt!
BRUMM!

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Sonntag, Juli 05, 2009

am gantrischseeli

adventuretour ohne hoehe durch kuhscheisse.

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Freitag, Juli 03, 2009

herr ü. und die schläger

die fortsetzung des springsteen konzertbeschriebes gibt es nimmer, weil es einfach toll war. oder ist es wirklich erwähnenswert, dass herrn ü.s uroma immer recht behält? im zirkus sah sie regungslos den jongleuren zu, folgte den tigern mit scharfem blick und dann bei den trapezkünstlern sagte sie endlich, was sie davon hielt: das is nüscht beonneres, das ist doch alles eingeübt! denkste die könnten sonst so durch die luft fliegen?
so zumindest berichtete es herrn ü. s mutter. vielleicht meinte die oma ja den zwiespalt, der immer entsteht, wenn jemand seine seele zu öffnen scheint, dass aber sehr professionell tut. springsteen schreit sich einiges aus dem leib, aber natürlich sehr eingeübt. wie auch sonst? herr ü. musste an seine oma denken. die war auch ganz klein.
der boss fuhr weiter nach münchen und der herr ü. gleich mal mit.
lustigerweise wohnte er auch im selben hotel und hatte bei aller arbeit etwas zeit, die charmante stadt kennen zu lernen.
das konzert sah er sich nicht noch einmal an, es war ein theater vorgesehen.
münchen gefällt herrn ü. obwohl er zu den entweder oder leuten gehört und mehr für die nordmainseite und also hamburg und berlin zu begeistern ist. normalerweise mag es herr ü. sehr, aus einem zürcher wagen steigend eine deutsche satdt zu entdecken. seit fast zwanzig jahren bereist herr ü. deutschland als schweizer verkleidet. jetzt in münchen war ihm das peinlich. denn nicht nur der boss war zufällig auch da, auch diese kaputten zürcher prügelschüler reisten am selben tag an. sagt das was über unsere welt oder gar über die schweiz, wenn siebzehnjährige einfach so aus spass einen erwachsenen spitalreif schlagen? warum? und warum im ausland, auf einer schulabschlussreise? herr ü. schämt sich abgrundtief und hofft dass diese vollidioten in deutschland genau so hart bestraft werden wie sie es verdienen. und die strafen für so etwas sind in deutschland wesentlich härter. in der schweiz hat man eben noch andere probleme, da muss man kiffer jagen.
manchmal ist das alles einfach zum kotzen.
bon weekend.

goehte in muenchen

Donnerstag, Juli 02, 2009

herr ue. knipst einen jungen

der einen bentley knipst. aus dem wird mal was.

lustige hebammen

wohnen in ludwigsburg

schaufenster

in schwabing.

Mittwoch, Juli 01, 2009

wie es denn dann war (springsteen)

noch bevor es ueberhaupt begann, staunte herr ue. was allgemein und
speziell in seinem leben so alles moeglich war. da geht man tags
seinen geschaeften nach, steht zwei Stunden im stau, parkt schlau und
steht fuenf minuten vor beginn vor der buehne. das haette man dem
soldatenue. vor 21 jahren erzaehlen sollen, dass er nach der arbeit
mal schnell zum springsteen geht. die band zog zu einem oberlaender
volkslied ein und dann stand herr ue. der mund auch schon offen.
vielleicht ist es ja am besten, wenn man eigentlich weiß was kommt,
und trotzdem hat man es noch nie erlebt. wer badlands seit zwanzig
jahren kennt, dem laeuft mehr als ein schauer ueber den ruecken, wenn
der kleine, starke mann die beruehmten akkorde in sein instrument
drischt. das ist das prinzip springsteen, gesungene kraft. erstaunlich
wie leise der schreihals auch kann und wie intim ein stadion werden
kann. der mann mueht und rackert sich ab und es scheint ihm freude zu
machen. dem Publikum in dem er oft badet auch. vorne weinen frauen
waehrend sich der boss betatschen laesst und transparente einsammelt.
bald jubelte und tanzte der herr ue. mit und so kam sein hoehepunkt
recht frueh. ein irres erlebnis, atlantic city mit dem boss zu singen.
fortsetzung folgt.

Dienstag, Juni 30, 2009

fuer ue.s frau

so nah!

und immer naeher.

meet me tonight in ...

wankdorf city

Durchmarsch

ganz nah

take my hand, Boss

Boss in bern

vorfreude 3 (springsteen)

und dann das! nicht nur, dass "born in the usa" ein irres lied ist, da steht einer 1988 ein paar meter von der mauer weg in ostberlin und singt "i was born in the usa" und einhundertsechzigtausend ossis gröhlen mit. das relativierte einiges. usa das war für herrn ü. nixon und reagan, regierende teufel. usa waren ein land in dem schwarze keine krankenversicherung haben, mord und totschlag um das wenige essen vorherrscht, denn alles geld wird in atomwaffen gesteckt, die auf herrn ü. gerichtet sind. und wenn mal ein schwarzer nicht hungert, dann nur weil er den tanzbär macht, der uns davon ablenkt, immer an die auf uns gerichteten waffen zu denken. übrigens hat herr ü. tatsächlich noch ein buch, da werden die stones als letztlich vom kapital ausgebeutete beschrieben. die armen die.
und dann kommt da dieser schreihals und singt:

I WAS BORN IN A DEATHMANS TOWN....

wow!
das galt doch für herrn ü. auch. das herr ü. die usa trotz allem liebt und immer wieder gern dort ist, liegt auch an dem konzert vor einundzwanzig jahren, als er hörte, dass dieser man aus einer stadt wie gera kommen muss. zwanzig jahre musste er warten um einmal (und das reicht dann auch) mitzuschreien:
BORN IN THE USA!!! I WAS BORN IN THE USA!!!
irgendwie sind wir doch alle amerikaner. irgendwie.

">

und ätsch heute abend spielt die e-street band. also eine dame am amboss!

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vorfreude 2

und was hier ab minute fünf passiert, dafür dankt herr ü. dem boss auf immer. ">
er hat mit uns allen getanzt. und dann sang er noch"i was born in the usa" und wir waren born in the gdr. und es schien so selbstverständlich. er war wie wir. zumindest sah es so aus.

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vorfreude 1

wie jeden sommer, so geht herr ü. auch diesen zu einem konzert auf das er sich sehr freut. heuer erspart er dem geneichten leser, warum es notwendig ist, bei bruce springsteen im "front field" zu stehen. aber eben, der king ist tot, es lebe der boss. und natürlich gibt es geschichten zu springsteen. ex ddr bürgern ist der ganz besonders nah, das kommt durch das legendäre konzert 1988. herr ü. war bei der armee, sah es im fernsehen und war hin und weg. auch das war ddr. da spielte plötzlich der springsteen und die fdj hat es organisiert. ist ja auch nichts dabei. dieses konzert war ein zipfelchen der freiheit, die es gebraucht hätte, um die jungen leute bei ihrem land zu halten. aber eben, es war zuckerbrot der diktatur des proletariats. wer bei springsteen ausrastet macht keine revolution auf der strasse. so funktioniert ja rock heute noch. springsteen war was für angepasste und trotzdem toll. die aufregendere musik aber machten diese hier:

">

ein toller antwortsong auf die springsteen besoffenheit der freien deutschen jugendlichen. deren einer der herr ü. auch war. obwohl bei der armee war er mehr ein unfreier deutscher jugendlicher.

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Montag, Juni 29, 2009

andrang am salatbuffet


guten morgen

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Sonntag, Juni 28, 2009

der pflanzenkundige

erkennt alpenbaumwolle.

blick vom ochsen

geknipst vom ochsen. 2188m

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total schraeg

vorschlaege...

...

das tagesziel

der ochsen.

einen sonntag zeit zum lernen

das benfordsche gesetz

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Samstag, Juni 27, 2009

friends in mind

viele oe. vom ue.

ein feld bloehender oerdoepfel.
der neue spielplatz aus Herrn ue.s steuerrappen.

der falsche stern

obwohl die, die sich für m.j. und seinen nicht so überraschenden tod, interessieren, haben die geschichte sicher schon gelesen und herr ü. der sie nachts las, findet sie heute morgen nicht mehr wieder. so sei sie aus dem kopf erzählt. weil das leben die traurigsten und lustigsten geschichten schreibt. es schreibt sie eben nicht, es lebt sie. wie diese:

gestern versammelten sich trauernde fans an jacksons stern auf dem walk of fame. nur war es gar nicht seiner, sondern der eines ebenfalls so geehrten nachrichtensprechers. der eigentliche stern war gar nicht zu erreichen, da er unter einem roten teppich liegt, der vor einem kino ausgerollt ist, in dem baron cohen seinen nächsten streich "bruno" präsentieren wird.

stimmt es nicht, ist es gut ausgedacht. vielleicht wieder so ein werbetrick von cohen.

aber es wäre schon schön. die menschen weinen am flaschen stern, weil der richtige für cohen abgedeckt ist.

und hier hat er sie doch noch gefunden, die geschichte.

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Freitag, Juni 26, 2009

wohin drogen führen - in deine spur von eben

herr ü. hat es schon immer gewusst, mit drogen drehst du dich im kreis.

stoned kängurus

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heute ist ein trauriger tag...

...die bundesgartenschau schloss ihre pforten.

das ist ein running gag zwischen herr ü., seiner frau und den erwachsenen töchtern. ein jahr vor ihrem eigenen tot hatte deren oma und herrn ü.s mutter diesen satz ins telefon gesagt, der klang wie die nachrichten, die sie gerade gehört hatte. und sie war wirklich traurig, denn das bedeutungslose gera sank zurück in die totale bedeutungslosigkeit. so lustig wie sich die familie machte (und die mutter lachte mit) so sicher war herr ü. im nachhinein, dass ihr sterben an diesem tag begann.
herr ü. fand, dass es besser sei, die gartenschau sei rum, denn es keine auszeichnung für eine stadt, wenn sie nur die bundesgartenschau erwähnenswert macht.

oooops sagte herr ü. heute morgen als er die titelzeile las. (und er sagt sonst nie oooops.) er ging zu seiner frau, die sich noch nicht für das wachsein entschieden hatte: du ich muss dir was sagen.
erschrocken sah sie ihn an.

michael jackson ist tot.

nach einer zehntelsekunde entsetzen sah herr ü. überraschung auf dem gesicht seiner frau. war der gebleichte so wichtig, dass er ihren tag eröffnen kann? sie parierte:
heute ist also ein trauriger tag.

genau, sagte herr ü., michael jackson hat heute seine pforten geschlossen.

komisches gefühl, selbst im deutschlandfunk dudeln zwischen den beiträgen michael jackson fetzen. a new mythos is born!
also ist es ein guter tag.

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Donnerstag, Juni 25, 2009

die vertikale bewegung des hai vor den küsten der amerikas



und wieder etwas neues, dass den herrn ü. nicht loslässt. die vertikale bewegung des hais.
hier nachzulesen!

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zu schnell

herr ü. beobachtet seine katzen mit immerwährender begeisterung. was sie alles können und was alles nicht. und er fragt sich, wie lange es wohl gedauert haben mag, bis sie sich als art zu derartiger liebenswürdigkeit evolutioniert haben. wer wie ein knuddeltier aussieht und sich so benimmt wird auch geknuddelt. die natur erfand den teddybär zigtausende jahre bevor es der mensch auch noch einmal tat.

in der nzz las herr ü. gestern, dass haie auch vertikale bewegungsmuster haben. sie oszillieren in die tiefe und nutzen nahrungsräume optimal. auch das ist seit zehntausenden von jahren entwickelt.

autos gibt es seit mehr als hundert jahren. autobahnen seit siebzig jahren. das ist zu kurz für katzen um zu lernen, dass man dort tot gefahren und liegengelassen wird.
katzen oszillieren nicht, katzen laufen kreuz und quer. auch über autobahnen.

heute waren es drei.

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Mittwoch, Juni 24, 2009

die katzbürste

die frau vom herrn ü. hat ein neues spielzeug. die bürste ist auf der einen seite weiches plastik kann aber in der hand gedreht plötzlich auch goldene drahtstifte haben, mit denen man der katze die überzähligen haare ausreissen kann. shiva, die so voller vertrauen ist, dass sie nicht fortlaufen würde, schnitte man ihr ein bein ab (gib zu, der perlt schon wieder), blieb denn auch stehen und liess die prozedur über sich ergehen. auch ihr bruder, der unter den händen der frau vom herrn ü. regelmässig in delirante zustände fällt, lässt sich mit der eisenbürste behandeln - bis er sie sieht. sofort macht er einen sprung weg. die frau vom herrn ü. stellt ihm mit gierigen augen nach. mit augen aus denen der jagdinstinkt spricht.

tatsächlich glänzt das katzenmädchen noch mehr und es muss ja auch hübsch sein, bei den vielen katzen auf dem hof hier oben.

herr ü. und seine frau unterhalten sich über das enge band zwischen sich und den katzen, vor allem darüber wie auch tiere projizieren können. je mehr du in sie gibst, je mehr bekommst du zurück. aber man sollte menschen nicht wie katzen lieben. bei katzen bekommst du eins zu eins zurück was du hineingibst. wer das von menschen erwartet liebt erdrückend und luftraubend.

dann kam es noch zu einem schönen wortdreher, so kurz vor schluss mit tagesmüdem hirn. es ging um den vergleich zwischen hofkatzen, hauskatzen, wohnungskatzen und teueren rasseviechern. die frau vom herrn ü. sagte zu ihrer katze:

die anderen katzen können nichts, was auch ihr nicht könnt.

das paar überlegte lange, bis es merkte, das der gar nicht geht.

die anderen katzen können nichts, was ihr nicht auch könntet.
der ist richtig, aber der andere viel schöner.

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Dienstag, Juni 23, 2009

grasburg

und nix zu rauchen! fürs gipfelbuch: 21.06.2009 grasburg. höhe nicht erwähnenswert.

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revolutionary road


herr ü. hatte ein schönes wochenende, das von diesem film gekrönt wurde. um es gleich vorweg zu sagen, denn viel weiter lesen ja die hollywoodleute nicht, also denen sagt herr ü. jetzt, dass er wünscht, alle zehn jahre einen neuen winslet/di caprio film zu sehen. es ist atemberaubend, wie die beiden, nun eine weitere kelle erwachsener, nachdem film über die grosse liebe einen über deren untergang drehen. ein hochintensives paarpsychogramm. atemberaubend ist das wort, ab und an hält man die luft an. vor allem wohl, wenn man im richtigen alter ist, die katasprophen sich abzeichnen zu sehen, da man sie aus eigenem erleben kennt. dann wird es ganz komisch. es gibt keinen schuldigen, beide figuren haben ganz enorme abgründe. es gab stellen, da schämte sich herr ü. für die figur die di caprio spielt, weil er genau so auch schon gehandelt hatte. besonders grosse lieben, der paarzustand in dem auch herr ü. lebt, sollten sich den film genau ansehen. wirklich grosse lieben können nur von wirklich grossen menschen gelebt werden. die haben dann aber auch ein wirklich grosses ego und mit dreissig wenig weisheit.
ein wenig ratlos lässt einen das vorstadtsetting in den fünfziger jahren. aber es geht nicht drum, das wir heute freier leben und nicht gezwungen in kompromissen landen, die so keiner will. für herrn ü. ist das kein film über einengende gesellschaftliche normen, auch die sind nur spielgrund und kulisse für eine geschichte über liebe, unaufrichtigkeit und feigheit. denn daran scheitert die liebe und das leben der beiden, nicht am vorstadtmuff der fünfziger. obwohl einem nachgeborenen durch diesen film nebenher klar wird, warum die stones und die beatles revolutionär waren.
das setting ist ein wenig modell, oder parabel, doch das soll nicht stören, wenn der ehemann von frau winslet, der regie führte, das traumpaar darauf zu solchen leistungen führt. kate winslet sagte hinterher, es sei ihr ein dringendes bedürfnis und eine riesige freude gewesen, diesen harten stoff unter der leitung ihres mannes mit ihrem besten freund zu spielen.
solche filme gibt es nicht oft.
und darum empfiehlt ihn der herr ü. dringenst.

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elite


wie immer sehenswert: der studentenplakatwettbewerb

Montag, Juni 22, 2009

seltener fund

schön ist, sachen zu erinnern, die man eigentlich vergessen hatte. preisfrage für ostrockkenner: wer hat das komponiert? nicht nachschauen - zuhören! das hört man raus! vom spezialisten für schwer zu singende schnulzen.
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der sommer vor dem ende

herr ü., der nur einen einzigen perser persönlich kennt, sieht wie millionen andere menschen auch, gespannt nach iran, bewundert den mut der aufständischen und überlegt, was er helfen kann. warum sind ihm die iraner so nah? warum nimmt er an ihrem schiksal teil? weil es dem der ddr in einigen punkten gleicht? weil auch dort mit wahlbetrug begann, was sich über den sommer zum wendeherbst entwickelte? die rentnerregierung der ddr zeigte den ganzen sommer über, dass sie nicht mehr reagieren konnte, im grunde nicht mehr da war. es kam zu wenigen aber sehr unschönen aktionen, wie der geschichte vom betäubten mitropa schlafwagenschaffner und die übergriffe in dresden. doch schon der anfang sommer war irgendwie anders. herr ü. nahm an einem parteilehrgang der liberalen teil und bekam die fresse nicht mehr zu, wie dort geredet wurde. die machstrukturen waren zumindest theoretisch noch da und herr ü. bekam pläne zu hören, wie diese von einer neuen opposition unterwandert werden sollten. die ldpd sah sich damls noch in der rolle der opposition, auch wenn sie eine blockpartei und damit teile einer grossen und schweigenden koalition war. trotzdem fand herr ü. umwerfend was er da hörte. die ddr war ein sehr starres system und so waren es kleine änderungen, die schwere erschütterungen in der wahrnehmung hervor riefen. plötzlich gab es eine partnerklinik aus nürnberg, ein eintägiges symposium mit riesenbesäufnis am abend. und es war gar nicht mehr so unwirklich, wenn uns die fränkischen kollegen einluden und wir ganz ernst sagten: klar kommen wir! da fiel für herrn ü. schon ein stück mauer. er wusste, er würde die kollegen bald besuchen. herr ü. wurde in diesem sommer immer politischer und fing an, neben der offiziellen wandzeitung der sed und der gewerkschaft eine neue für neue gruppen aufzuhängen. seine aufrufe wurden viel gelesen. da befahl ihn der genosse chefarzt ins büro, ein bekennder kommunist. doch es geschah nicht, was herr ü. erwartet hatte. der berühmte chirurg erklärte herrn ü., das sie ein krankenhaus und kein parlament seien, und darum politik drausssen bleiben solle. das gelte für ihn wie für den herrn ü.. und so wurden beiden wandzeitungen eingestellt. auch einer der vielen schritte vor der eigentlichen wende. ein aussgeprochen machtvoller genosse gewährt herrn ü. gleiches recht. und wenn es das ist, in der klinik nicht zu agitieren.

ein dreiviertel jahr später feierte herr ü. am abend des 18.märz 1990 geinsam mit diesem professor den untergang der ddr bei der pds wahlparty. der mutige chirug hatte sich für die pds aufstellen lassen und war nicht gewählt worden. er bot herrn ü. schnaps und das du an und dann sassen sie die halbe nacht und der wahlverlierer schien qietschvergnügt. chirurgen sind kämpfer. während die karrieristen der sed in scharen davon leifen, bekannte sich dieser mann öffentlich zu seinem glauben. und blieb noch viel jahre chefarzt. das findet herr ü. bis heute fast genauso mutig, wie den widerstand anderer gegen das regime die jahre zuvor.

jeder hat seine eigene wende gehabt. der sommer 89 war schön, er war wild und so voller hoffnung. der sommer 09 sei wieder so schön,wild und voller hoffnung für die mutigen im iran.

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wochenanfang

die waffen sind bereit. zumindest für die kämpfe auf cartoonniveau.

Sonntag, Juni 21, 2009

ein ziel ...

...das man erreicht wenn die reise nicht stattfindet.

Samstag, Juni 20, 2009

die kukei sechs

es ist das leben, das macht, das alles wiederkommt, weil es immer da ist. das leben wie das alles. herr ü. sah gestern den wunderbaren benjamin button film und ist noch ganz verzaubert von diesem zauberhaften fexierfilm, der plastisch zeigt, das zeit relativ ist und nur das vergaengliche bleibt. wir wissen das und bekommen es doch gern erzaehlt: nix is fix und nur was vergeht bleibt. filosofie und gefiel macht poesie. die frau vom ü. kauft ein, herr ü. hat das klatschbuch ueber lagerfeld unterm arm, dann faellt ihm auf, seine frau schaut bei einem label, das heisst wie eine beruehmte wg vor dreissig jahren in gera. jan engel wohnte da als er noch nicht engel hiess. nach einer durchzechten nacht liess der grosse ü. den kleinen ü. nicht ein. geh dahin wo du herkommst! rief er auf die naechtliche strasse. herr ü. tat wie ihm geheissen und verbrachte auch den rest der nacht in der kukei 6. die riesige wohnung lag in der kurt keicher strasse 6. im fruehling 84 atmete der kleine ü. viel freiheit, auch in der kukei 6 an diesem morgen. die wohnung hatte, obwohl im ersten stock gelegen, von der kueche einen ausgang in den verwilderten garten. statt in die schule zu gehen verbrachte herr ü. einen morgen im baumschatten und fruehstueckte mit seinem freund bier statt kaffee. der geschmack von freiheit, ein sommermorgen in einem schattengarten mit rausch und rede. auch wenn wir andere sind bleiben wir die, die wir werden. darum telefonieren sie auch manchmal, die alten freunde.

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einordnung

Freitag, Juni 19, 2009

gespräch am morgen

herr ü. beginnt den tag als fussgänger und steht morgens an der kreuzung und wartet neben einer mutter mit ihrer tochter das rot ab. die tochter ist halbwüchsig und sieht ab und an die mutter an, die fortlaufend auf sie einredet. herr ü. versteht den sprachwurm aus fremden worten nicht. die tochter auch nicht. sie hat die weissen stöpsel in den ohren und herr ü. hört die musik, die fast so laut wie die mutter ist.
die redet weiter. energisch, echauffiert, sinnlos.

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Donnerstag, Juni 18, 2009

nach der vorpremiere - coco avant chanel



gestern nun endlich sah herr ü. den film zur vorpremiere vom april in paris. tja was soll man sagen? kann man den empfehlen? bei zwei bis drei filmen, die hier wöchentlich unerwähnt bleiben, diesen herausnehmen bloss weil man die darsteller leibhaftig sah? ist er das wert?
nein! gründe diesen film anzusehen wären: um sich mit der biografie der ersten lebenshälfte von chanel bekannt zu machen, um zu sehen, dass tautou auch anders kann als niedlich gucken und freude an dem reifer gewordenen gesicht zu haben welches immer noch unglaublich schön ist, oder um sich als eingeweihter davon zu überzeugen, dass ALLE darsteller im film wesentlich älter wirken als in wirklichkeit. zumindest das hätte herr ü. anders erwartet.

tja und der film selbst. chanel war eine willensstarke, recht wortkarge frau mit dunklen seiten und viel opportunismus. auch wenn ihre zeit mit der nazigrösse im film nicht vorkommt, kann man das schön sehen.

der film kommentiert und erklärt nicht, er zeigt einfach. man sieht einer frau zu, die sich erniedrigen lässt und sich damit erniedrigt, bevor sie aus dem schleim von schamlippenbekenntnissen aufsteigt und sich (und mit den deux pieces die reichen frauen gleich mit) emanzipiert. unter ihren kundinnen sind viele, die es machen wie sie,(die wenig alternativen hatte) sie lassen sich für ein bisschen wohlstand und renomee von einem baron ficken und wie haustiere halten. erst zum ende beginnt der baron sie zu lieben. da ist sie schon fast weg.

es ist eine merkwürdige form, einer biografie einfach zuzusehen. und es gibt schon momente, da greift der film nach einem, immer dann wenn man in richtung chanel denkt: oh nein! jetzt nicht noch das. da sind sie ziemlich unzimperlich, es gibt szenen, da könnte man streiten, ob das nun vergewaltigungen sind oder noch freiwilliges fügen...obwohl das ist auch vergewaltigt. aber eben, aus diesen situationen läuft sie nicht weg. sie bleibt sowieso immer lange in einer situation und scheint zuzusehen, wie sich andere erniedrigen wenn sie sie erniedrigen.

die meisten der schnitte (auf die schnitte, schliesslich ist sie schneiderin) wirken als müssten sie genau jetzt kommen, auch jede überraschung ist wohlplatziert. man hat das gefühl, den film zu kennen. er ist ein wenig langweilig.

aber wer gesichterkino mag sollte ihn sich ansehen.

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gelebte hoffnung

herr ü. sah dem alten mann zu, wie er holz neben dem schuppen stapelte. holz das er mit dem handwagen aus dem nahen wald heran karrte, so wie seit sechzig jahren. seine verwaschene schürze war genau so alt.
der letzte winter war hart gewesen. einmal war der alte gestürzt, als er auf glattem weg holzscheite ins haus brachte. da hat er sich sich die schulter gebrochen.
auf seinen neunzigsten geburtstag musste er mit links anstossen. kaum war die schulter geheilt, begann wieder diesen brennen unten im bauch und ein fieber streckte ihn nieder. das ist der krebs sagte der alte, der muckt immer mal auf, aber das macht er schon seit sechs jahren. diesen frühjahr sah man ihn wieder mit schürze und handwagen in den wald ziehen. vielleicht noch etwas langsamer als sonst. er hatte auch wieder kraft zum streiten und manchmal drang das gezeter seiner frau herüber, vor dem er in den wald floh. jetzt stapelte er holz für den nächsten winter. das ist gelebte hoffnung.

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halte dicht!

dichte halt!

Mittwoch, Juni 17, 2009

die blolle der rogger

es ist eine ehre für jeden, sich blogger nennen zu dürfen und eigentlich auch eine anmassung, sieht man, wieviel die bloggerszene im iran im moment auslöst und ausrichtet. doch nicht nur in islamischen diktaturen hat sie ihre freiheitsfunktion. auch hier in westeuropa, wo friede, freude, eierkuchen und ein bisschen krise programm sind, trägt die bloggerszene zur meinungsfreiheit enorm bei. während sie im iran berichtet, worüber die diktatur nicht mehr zu berichten erlaubt, lässt sie hier aus, worin die zeitungen sich suhlen. keiner kann uns zwingen wahrzunehmen, dass boris becker eine frau geheiratet hat, die so aussieht wie seine erste. becker auszulassen ist fast so revolutionär wie im iran über protestanten mit grünem schal zu berichten.

Dienstag, Juni 16, 2009

gesichter erinnern

herrn ü.s heutiges leben spielt sich zum teil in einer kulisse von gestern ab. das war anfangs merkwürdig, doch mittlerweile ist e s schön, denn herr ü. spürt plötzlich sehr, wie anders er sich heute in einem sehr vertrauten umfeld bewegt. reisen und fortgehen bildet eben. ein nebeneffekt ist, dass herr ü. immer wieder gesichter sieht, die er seit zehn oder mehr jahren nicht mehr sah und an die er sich nie im leben erinnert hätte. also einfach so. denn das fantastische an gesichtern ist ja, das man sie sofort wieder hat. wenn sie wie immer hinterm postschalter stehen, da denkt man: ja klar. das ist das gesicht, das schon immer hinterm postschalter steht. auch wenn sich der mittlerweile in einem kaufhaus befindet. spannender ist freilich, die gesichter nicht in dem umfeld wieder zu sehen, wo man sie immer sah. dann kommt dieses schöne, etwas bodenlose gefühl, ein gesicht zu kennen und doch nicht zu wissen woher. und da darf man dann an den zauberberg denken.

einen mann sah herr ü. dieser tage in der sauna, den kennt er schon seit zwanzig jahren und sah in mindestens zehn jahre nicht. er lief schon immer schlecht und war sehr krummoperiert, nun läuft mit fast neunzig grad gebeugtem rücken, muss unten auf den bänken sitzen, da er keine mehr steigen kann, braucht zwei hände am handlauf für eine treppe und sein monströser hängebauch ist auch nicht mehr was er mal war. der mann kämpft so tapfer, er sieht aus, als merke er nicht mal, dass er leidet. auch sein gesicht ist sehr, sehr alt geworden. in der form schärfer, im ausdruck unheimlich friedlich. und die goldene rolex. die funkelt genau so wei vor zwanzig jahren, als sie herrn ü. noch sprachlos machte.

herr ü. grüsst den alten, der sich freut, und besieht sich dann in einer spiegelnden scheibe. sieht man ihm die letzten zwanzig jahre auch so an?

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versicherungsbetrug


gestern hat ein schweizer obergericht festgestellt, dass es rechtens sei, wenn unfall und krankenversicherungen dedektive einsetzen um simulanten wie den herrn ü. zu überführen. nur in der wohnung dürfen sie nicht. herr ü., der ja prothesen trägt, seitdem er beim popeln so unglücklich abrutschte, hat nichts zu verbergen. wenn er rausgeht soll jeder, auch der detektiv, sein leiden sehen.

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Montag, Juni 15, 2009

der wow-pod


von CHERNYSHEW/SHULGIN an der art basel 09.
so sah herrn ü.s gerät nach dem letzten berglauf auch aus. geschmolzen und von schweiss verformt. diese installation ist mannshoch und aus den ohrhörern kommt natürlich musik. eines der kunstwerke an der art basel zum verschnaufen, luft holen und lachen. herr ü. war gestern sechs stunden in den hallen und hinterher mehr gerädert als wäre er drei stunden lang berge hochgerannt. zum glück gibt es nicht nur die welt der zahlen, schönen autos und uhren. obwohl sich an der art basel genau diese zwei welten treffen. werke wie: KAPITALISM KILLS! werden von leuten gekauft, die im MAYBACH vorfahren. kunst im markt. seit gestern interessiert sich herr ü. dafür.

Sonntag, Juni 14, 2009

und sonntags

unters kreuz.

Samstag, Juni 13, 2009

super angebot

urknall im laden.

wie ein lama

wie ein lama lief heut der herr ue.. wie ein total lama mann.
voellisch fertsch aber glicklich.

gipfelbuch 09

st. chrischona. gejoggt.

du bleibst da!

sagt der kater zum herrn ue.!

nicht ganz echt

mitfahrgelegenheit fuer pappkoerper.

Freitag, Juni 12, 2009

heute abend st. gallen - grabenhalle

TAFANEYI DAVID GWESHE
Mbira, (afrikanisches Daumenklavier) Gesang, Tanz
TSITSI GWESHE
Hosho, Gesang, Tanz

David Gweshe, ein wahrer Pionier der Musik aus Simbabwe, gilt in seinem Land
als spiritueller Führer der Kultur und Musik der Shonas. (älteste Einwohner von
Simbabwe). Zusammen mit der Musikerin und Tänzerin Tsitsi Gweshe
aktualisieren sie in kräftigen Songs, Tänzen und Geschichten die humorvoll
stolze Welt traditioneller Shona-Kultur. Gweshe ist mit seiner Tanzgruppe
Boterekwa Kore Kore Dancers vermutlich die letzte, über die Landesund
Kontinentalgrenzen hinaus anerkannte kulturelle Instanz Simbabwes, die
selbst in der grossen Krise weiterhin in Harare zu leben und zu arbeiten versucht.

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taeglich mit dem bus der bahn

nach hamburg und berlin ~ schinkenkaese.