himmel über solothurn
herr ü. stand gestern abend auf einem raucherbalkon an einer strassenecke in solothurn, wo eine nichtrauerwohnung eingeweiht wurde. auf diesen balkon passten exakt fünf rauchende, wenn sie sich nicht gegenseitig die haare anzünden wollten. man bestaunte, wie französisch eine strassenkreuzung in solothurn aussehen kann, kontrollierte die pünktlichkeit der landbusse und züge, erzählte sich, wer jetzt da gegenüber die ganze bude gekauft hatte.
"die ganze bude?"
"ja alles! scheissereich aber totunglücklich. das kann uns nicht passieren." das lachen lies den alten balkon wackeln.
in der wohnung ein geschiebe und gestaune über hohe wände mit stuck und alte öfen, die noch funktionierten, die angenehme leere, das studio. man suchte nach gläsern und wein, genoss den wunderbaren thaifood und vor allem, lauschte dann aufmerksam dem konzert des stolzen besitzers dieser alten, schönen wohnung. ein begnadeter gitarrist strengte seine gäste und freunde mit zeitgenössischer musik an, was nicht anstrengend war, da er ein eben beschenkter künstler ist. beschenkt auch mit menschen.
randgruppen kommen schneller ins gespräch. sie haben ihren standpunkt gegenüber dem zentrum als thema. auf dem balkon war das schön zu spüren. herr ü. lachte mit fremden darüber, bald wieder heimlich wie auf dem schulhof rauchen zu müssen oder die zigaretten kontrolliert in der apotheke abgegeben zu bekomen. solothurner lehrer, bremer ingenieure, alte basler kommunisten waren rasch und immer wieder in einem gespräch verfangen. unten zogen die baseballcaps vorbei und winkten coole sprüche nach oben auf den qualmenden balkon, aus dem durch mensch gebrochenes licht in den himmel über solothurn schien.
da herr ü. in und vor anwesenheit von frau ä. nicht rauchte um keinen DIESER küsse zu verpassen, genoss er die möglichkeit an diesem abend nach herzenslust rauchen zu können. es war kein platz auf einem sofa frei, auf das frau ä. herrn ü. hätte ziehen können. herr ü. war berechnend.
ausserdem hatte er sich irgendwelche leichte zigaretten gekauft, von denen man so wieso fast nichts merkte. herr ü. rauchte manchmal gern viel und stand also auch mal einen moment allein auf dem balkon.
da spürte er den hauch von goldwind in den haaren. etwas grosses, weites, sehr warmes war neben ihm gelandet. herr ü. fühlte sich unter flügeln und spürte, seine freunde und berater waren da. damiel und cassiel, die engel denen wim wenders namen und bruno ganz und otto sander gesichter gegeben hatten, waren neben ihm gelandet. amüsiert sahen sie auf den haufen kippen unter dem balkon und dann in das gedränge in der wohnung, hörten in das stimmengewirr, rochen die würzige suppe. sie sahen das leuchten in den augen der menschen, die dort miteinander sprachen. gute menschen, die aus gutem grund an einem guten ort beieinander waren. sie sahen, wie gestikuliert und gefolgt, geschwatzt, parliert, gelacht wurde. viel nicken, viel "ja" und immer wieder lachen.
lachen.
damiel steckte herrn ü. noch eine dicke zigarre in die brusttasche. "spiel noch ein bisschen rauchen, so stinkst du wenigstens wie der, der du nicht bist.!"
dann sagte er zu cassiel: "komm wir fliegen weiter! hier braucht es heute keine engel. es sind schon so viele da!"
das war wirklich so.
"die ganze bude?"
"ja alles! scheissereich aber totunglücklich. das kann uns nicht passieren." das lachen lies den alten balkon wackeln.
in der wohnung ein geschiebe und gestaune über hohe wände mit stuck und alte öfen, die noch funktionierten, die angenehme leere, das studio. man suchte nach gläsern und wein, genoss den wunderbaren thaifood und vor allem, lauschte dann aufmerksam dem konzert des stolzen besitzers dieser alten, schönen wohnung. ein begnadeter gitarrist strengte seine gäste und freunde mit zeitgenössischer musik an, was nicht anstrengend war, da er ein eben beschenkter künstler ist. beschenkt auch mit menschen.
randgruppen kommen schneller ins gespräch. sie haben ihren standpunkt gegenüber dem zentrum als thema. auf dem balkon war das schön zu spüren. herr ü. lachte mit fremden darüber, bald wieder heimlich wie auf dem schulhof rauchen zu müssen oder die zigaretten kontrolliert in der apotheke abgegeben zu bekomen. solothurner lehrer, bremer ingenieure, alte basler kommunisten waren rasch und immer wieder in einem gespräch verfangen. unten zogen die baseballcaps vorbei und winkten coole sprüche nach oben auf den qualmenden balkon, aus dem durch mensch gebrochenes licht in den himmel über solothurn schien.
da herr ü. in und vor anwesenheit von frau ä. nicht rauchte um keinen DIESER küsse zu verpassen, genoss er die möglichkeit an diesem abend nach herzenslust rauchen zu können. es war kein platz auf einem sofa frei, auf das frau ä. herrn ü. hätte ziehen können. herr ü. war berechnend.
ausserdem hatte er sich irgendwelche leichte zigaretten gekauft, von denen man so wieso fast nichts merkte. herr ü. rauchte manchmal gern viel und stand also auch mal einen moment allein auf dem balkon.
da spürte er den hauch von goldwind in den haaren. etwas grosses, weites, sehr warmes war neben ihm gelandet. herr ü. fühlte sich unter flügeln und spürte, seine freunde und berater waren da. damiel und cassiel, die engel denen wim wenders namen und bruno ganz und otto sander gesichter gegeben hatten, waren neben ihm gelandet. amüsiert sahen sie auf den haufen kippen unter dem balkon und dann in das gedränge in der wohnung, hörten in das stimmengewirr, rochen die würzige suppe. sie sahen das leuchten in den augen der menschen, die dort miteinander sprachen. gute menschen, die aus gutem grund an einem guten ort beieinander waren. sie sahen, wie gestikuliert und gefolgt, geschwatzt, parliert, gelacht wurde. viel nicken, viel "ja" und immer wieder lachen.
lachen.
damiel steckte herrn ü. noch eine dicke zigarre in die brusttasche. "spiel noch ein bisschen rauchen, so stinkst du wenigstens wie der, der du nicht bist.!"
dann sagte er zu cassiel: "komm wir fliegen weiter! hier braucht es heute keine engel. es sind schon so viele da!"
das war wirklich so.


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